Kommt es über einen längeren Zeitraum – etwa ein halbes Jahr oder länger – zu anhaltenden Schwierigkeiten beim Rechnen, kann dies auf eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche hinweisen. Eine Dyskalkulie ist in der Regel genetisch bzw. neurobiologisch bedingt, während eine Rechenschwäche meist im Laufe der Entwicklung entsteht und auf physische und/oder psychische Faktoren zurückzuführen ist.
Im Gegensatz zur Rechenschwäche basiert Dyskalkulie auf einer veränderten Sinneswahrnehmung. Beide Erscheinungsformen stehen jedoch in keinem Zusammenhang mit der Intelligenz des Kindes.
Insgesamt sind rund 10–15 % aller Schüler:innen von Rechenproblemen betroffen.
Bei Dyskalkulie ist ein Training in den Bereichen Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmung sowie im jeweiligen Symptombereich (Üben der individuellen Fehler) notwendig. Bei Rechenschwäche ist ein Training der Sinneswahrnehmung in der Regel nicht erforderlich.
Durch ein spezielles pädagogisches Testverfahren kann festgestellt werden, ob eine Dyskalkulie oder eine Rechenschwäche vorliegt und welcher Ausprägungsgrad gegeben ist. Auf Basis der Diagnose wird ein individueller Trainingsplan erstellt.
Grundsätzlich werden sowohl Kinder mit Dyskalkulie als auch Kinder mit Rechenschwäche beim Erwerb von Zahlensymbolen, beim Aufbau des Zählprozesses sowie im Bereich von Mengen- und Grundrechenarten gezielt unterstützt.